Donnerstag, 10. März 2011

Liebe GdL und liebe Lokführer!

Ich bin eigentlich nicht auf den Kopf gefallen, aber irgendwie entzieht es sich meinem Verständnis, dass Bahnfahrer dafür bestraft werden, dass die Lokführer der Privatbahnen so wenig verdienen, und warum die besser bezahlten Lokführer der Deutschen Bahn AG dafür streiken.
Was ist, wenn die DB AG nun ihren Lokführern auch weniger bezahlt, weil dann ist das doch gerecht?
Denkt Ihr Lokführer mal darüber nach, was mit unserer Wirtschaft und unserer Umwelt passiert durch Euren Streik?
Und ist Euch eigentlich klar, dass IHR DEFINITIV DIE FALSCHEN LEUTE BESTRAFT???? Wie sollen Eure Fahrgäste da eigentlich noch solidarisch sein? Und Verständnis haben?

Der BLÜ (= Bester Lebensgefährte Überhaupt) hatte sich mühevoll durchgerungen, ein Umweltkartenabo zu kaufen. Das hat er schon so bitter bereut wie nur was. Erst mal die ganzen Verspätungen und Ausfälle durch das Wetter, und nun der Streik.
Ist das nicht eigentlich ein Abo-Sonderkündigungsgrund? Zahlt die GDL die Sonderausgaben für Benzin (rund 5-6 €) und Parkgebühren (8,-- € am Tag für den BLÜ!!!)???
Was dann letztendlich darauf hinausläuft, dass Mensch soviel fürs Arbeiten dürfen bezahlen muss, dass er kein essen mehr kaufen kann. Aber ist ja ohnehin grad Fastenzeit, nicht wahr??
Ganz tolle Idee!
Richtig großes Kino!
Ich fahr dann mal tanken.

Kommentare:

  1. Dann krieg mal keinen Schock an der Tanke, ich könnte jedesmal heulen vor Wut - ich bin leider aufs Auto angewiesen...
    Dieser E 10 Quark ärgert mich gewaltig, das DRama mit der Bahn hatte ich ja schon durch, als wir zur Messe nach Leipzig wollten. Meine Mom meinte nur: Naja, das ist jetzt das erste Mal Bahn seit 22 Jahren für mich und in den nächsten 22 kann ich auch drauf verzichten...

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  2. Hallo Anja,
    ich kann Deinen Unmut verstehen, dass das mit dem Bahnfahren im Moment wirklich kein Vergnügen ist.
    Dass dann auch noch die Benzinkosten extrem hoch sind durch die Libyen-Krise, das E10-Desaster und die politischen Krisen in den Ölförderländern ist ein zusätzlicher Umstand, der aber mit dem Bahnstreik nichts zu tun hat.
    Und dass die hohen Parkgebühren der Städte und Parkhausbetreiber letztendlich dazu dienen, Gewinne zu erwirtschaften, müssen wir auch akzeptieren.

    Jeder will verdienen, auch Dein BLÜ. Ich kann meine Seifen auch nicht für lau verschenken. Das Leben kostet nun mal Geld und jeder will möglichst wenig ausgeben und möglichst viel für sich behalten, damit nach Essen, Kleidung und Wohnen auch noch etwas für die schönen Seiten des Lebens übrigbleibt.

    Warum sollte also dieses Ansinnen ausgerechnet bei den Lokführern in irgendeiner Weise verwerflich sein? Die wollen auch nur ihren Lebensunterhalt bestreiten können und dazu gehört anständige Bezahlung für gute Arbeit.

    Fakt ist aber auch, dass die Lokführer kein höheres Gehalt bekommen werden, wenn sie brav weiter ihren Dienst tun und ansonsten lieb bittebitte sagen. Durch ihr Berufsbild sind sie sehr spezialisiert und können nicht mal eben den Arbeitgeber wechseln, um einen besseren Vertrag zu erhalten.

    Und ich kann nicht sagen, dass ein Gehalt von 2300 Euro Brutto bei dem Stress, den unregelmäßigen Arbeitszeiten und der Verantwortung nun nach Überbezahlung klingt.

    Betrachten wir es doch einfach mal anders herum: Wenn die Bahn(en) ihre Lokführer angemessen bezahlen würden für ihre wichtige Arbeit, dann würde es auch keinen Streik geben und keine verprellten Passagiere.

    Beschwerden also bitte an die Bahn und ihre Aktionäre, die lieber hohe Dividenden sehen wollen statt zufriedene Lokführer und zufriedene Bahnkunden.

    Und trotzdem gebe ich ganz offen zu, dass ich nicht mit der Bahn fahren musste in den letzten Tagen.

    Viele Grüße
    Postpanamamaxi

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  3. Hey, ich würde grade wirklich viel für 2300 Euro brutto geben! Und die höheren Lohnkosten werden dann gleich wieder auf die Bahnfahrer umgelegt. Mit 2300 Euro brutto wär das auch noch bezahlbar. Aber auch Verkäuferinnen und Friseurinnen sind auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen, und wie die die horrenden Preise bezahlen sollen entzieht sich meinem Verständnis. Und alles ändert immer noch nichts daran, dass die Lokführer der DB AG dafür streiken, dass die Kollegen der Privatbahnen mehr Geld erhalten.
    Ich muss übrigens demnächst mit der S-Bahn Berlin (die auch zur DB AG gehört!!) zu einem Vorstellungsgespräch fahren. Am besten fahre ich schon einen Tag vorher los, damit ich dann auf jeden Fall pünktlich bin.
    Und ich bin immer noch nicht Schuld an der "schlechten" Bezahlung der Lokführer. Btw, dazu kommen ja noch Nacht- und Feiertagszuschläge etc. Aber ich muss immer noch drunter leiden.

    Der BLÜ hat übrigens trotz akademischen Grades schon für viel weniger gearbeitet - und das NICHT branchenfremd, wie der eine oder andere meinen mag. Wir haben damals zu zweit so viel verdient wie ein Lokomotivführer allein mit seinem Grundgehalt nach Haus bringt, und wir haben davon auch unsere Lebenshaltungskosten bestreiten können.

    Aber, liebe Postpanamamaxi, was mich wirklich traurig macht, ist, dass Du "plötzlich" - also mit dieser Deiner Antwort - aus der Liste meiner regelmäßigen Leser verschwindest.
    Hast Du was gegen Meinungsfreiheit???
    Ich habe jedenfalls Deine Meinung ohne Zögern veröffentlicht, auch wenn wir da konträr sind. Aber solche Diskussionen können durchaus fruchtbar sein und Spaß machen!

    Ich grüße genauso freundlich wie Du zurück. ^^

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